Schon in meines Lenzes
Rosentagen,
Da der Freude Ruf mir noch
erschallt,
Warmes Leben durch die Adern
wallt,
Lebewohl zu dieser Sonne
sagen?
Wo die raschen Pulse nicht
mehr schlagen,
Wo ich schlummre einsam, tief
und kalt,
Zu dem Grabe würd’ ich schon
so bald
Unbeweint und namelos
getragen? –
Doch, ich ginge frohen Muths
hinab;
Nahte auf das Wort von deinem
Munde
Mir auch jetzt die
schreckenvolle Stunde;
Legte schlafen mich in’s
dunkle Grab;
Träumte, bis es freundlich
wieder taget,
was mein Herz hier kaum zu
ahnen waget!
Wein’, o weine, daß der
Schönheit Blüthe
Vor dem Hauch des Todes welkt
und fällt;
Daß ein Grab die Kraft
gefangen hält,
Die empor zu streben kühn sich
mühte!
Ha! die wang’ auf welcher
Freude glühte,
Nun so blaß, so fürchterlich
entstellt?
Ewig blind für diese schöne
Welt
Nun das Auge, das einst Funken
sprühte?
Weine, weine! Deine Blume
sank:
Deine Wonne, deine schönste
Habe
Schlummert nun mit Ihr im
düstern Grabe.
Aber wisse, Dulder, welk und
krank
Sinkt das Haupt der Blume wohl
danieder –
Doch in jenem Lenz ersteht es
wieder!